Hesen Kanjo – Komponist & Kanunspieler

Kanun spielen ist für Hesen Kanjo nicht einfach nur Leidenschaft. Es ist seine Profession.

Er gilt als Perfektionist und hat sich mit der Zeit eine ganz individuelle Spielweise, die er selbst als „Kanjostil“ bezeichnet, angeeignet. Die gängige Spielweise mit zwei Fingern hat er so ausgebaut, dass er jetzt mit allen zehn Fingern zupft. Dies ermöglicht ihm ein temporeiches Spiel sowie eine größere künstlerische Freiheit. In seinen Eigenkompositionen wird dies besonders deutlich.

Der kurdische Kanunspieler wurde am 31. Mai 1974 in Aleppo (Syrien) geboren. Im Alter von 11 Jahren nahm er Akkordeon- und später Saz-Unterricht. 1987 bestand er die Aufnahmeprüfung am Arabischen Musikinstitut in Aleppo. Bei Bessill Mallah lernte er die Kunst des Kanun-Spiels. Bereits in den Jahren des Unterrichts arbeitete Hesen Kanjo an der Weiterentwicklung der traditionellen Kanun-Spielweise. Die Abschlussprüfung im Jahr 1993 bestand er mit Auszeichnung.

1996 wanderte der Musiker nach Deutschland aus und konnte aufgrunddessen sein musikalisches Spektrum erweitern. So sind durchaus westliche Einflüsse in seinen Kompositionen zu hören.

Hesen Kanjo tritt nicht ausschließlich als Solist in Erscheinung, wobei hier sein Schwerpunkt liegt. Zahlreiche Konzerte mit kurdischen Künstlern und Auftritte in bekannten Konzerthäusern sowie im Fernsehen gehören zu seinen Referenzen. Musikalisch bewegt sich der Musiker überwiegend in der orientalischen klassischen Musik. Künstler wie Jemil Beshir, Abdel Fatah Minsi und Muhemed Atiya haben ihn auf seinem Weg musikalisch beeinflusst.

Sein bevorzugtes Instrument aus seiner Kanunsammlung wurde speziell für seine eigene Spielweise (Kanjostil) angefertigt und bedeutet ihm sehr viel.